CHEFPFLANZE IM NEUROSENGARTEN

Zur Sonne, zur Freiheit.

Posted in Alltag by goodkats on 05/07/2009

Morgen um diese Zeit sitze ich bei Lara im Strandcafé. Vor mir wird ein Kaffee stehen, der Hund schläft neben mir, nachdem das Betteln um mein Eis erfolglos war und wenn ich kleine Kätzchen entdecke, bin ich weg und schmuse die kleinen Flohbündel nieder.

Eine Woche lang Strand und Meer. Und der sechs Meter lange Hai, der angeblich vor der Küste Splits gesichtet wurde, ist hoffentlich zu faul um 200km weiter zu schwimmen und begnügt sich mit den Touris vor Ort. Falls nicht, möchte ich an dieser Stelle ein paar persönliche Worte an ihn richten: Alter, mach kein Scheiss! Ich schmeck nicht so lecker, wie ich aussehe.

Tschö, macht´s gut. Ich bin dann mal weg, eventuell kommen ein paar Live Urlaubsberichte (wenn ich nicht zu vollgefressen, zu müde oder zu betrunken bin).

Wie man in wenigen Sekunden von einer Frau zum Mann gemacht wird

Posted in Alltag by goodkats on 02/07/2009

Aus der Reihe “Ego zerschossen”: Ich stehe heute vor einem Einkaufstempel, die Haare unter einem Käppi, Fliegersonnenbrillen, rauchend, Cola in der Hand. Folgende Kleidung trage ich am Körper: beige Lackballerinas, schwarze Röhrenjeans, beiges körperbetontes T-Shirt mit Rolling Stones Logo.
Alles klar soweit? Ich habe mich also nicht in Laken gehüllt die unerkenntlich machen, ob es sich um Mann, Frau oder Tier handelt.

So. Ich steh also so da, denke mir (wie immer) nichts, kommt so eine alte Frau zu mir her.
Entschuldigen Sie, können Sie mir den 5er in Münzen wechseln? Für den Einkaufswagen.
Klar. Bitteschön.
Danke, Burli!

Also bitte, das ist doch eine Ungeheuerlichkeit! Die alte Schachtel soll mal ihre Brille aufsetzen, bevor sie in die Welt raus geht.

The man who made my day.

Posted in Alltag by goodkats on 01/07/2009

Stehe ich heute gemeinsam mit den anderen 8 Millionen Österreichern im H&M und versuche den draußen stattfindenden Regenguss/Hagel mit dem Finden eines Mitbringsels für meine Nichte und meinen Neffen in Kroatien zu überbrücken. Ich fische eine Surferhose für meinen Neffen aus dem Kleidergewühl, entdecke, dass diese aus der Williamson Kollektion ist und sagenhafte € 9,90 kostet (ich liebe Sales!). Problem: Neffe ist 1,85 groß und zaundürr. Wie jeder 15-jährige besteht er hauptsächlich aus Armen und Beinen. Die Hose gibt es in den Größen 28, 30 und 32. Die 28er kann sogar ich mit meinem unterirdisch schlechten Augenmaß als zu klein kategorisieren, bleiben noch die 30er und die 32er. Ist die eine nicht zu klein und die andere vielleicht zu groß? Oder im Endeffekt beide zu klein? Was ist 30 in männisch? Wie sieht ein Mann aus, der 30 trägt? Mehr so Jason Mraz oder doch Bud Spencer? Ich entdecke zwei Jungs. Filip´s Alter. Einer von ihnen hat auch Filips Statur, also gehe ich zu ihm hin und sage: Entschuldigung, ich suche eine Hose für meinen Neffen und du hast ca. seine Statur. Ich bin mir aber bei der Größe unsicher, welche Größe hast denn du? – Weiß ich nicht. – Hm. Aha. Kaufst du nie ein? – Doch. – Und hast du was in Größe 28? – Nein, 28 ist zu klein. – Und in 30? – Könnt schon sein. Weiß nicht. – Hm. Na gut, Danke. (Mann, sag doch gleich, dass deine Mami für dich die Klamotten aussucht!)

Ich stehe ein bisschen verloren in der Gegend herum. In der einen Hand die Surferhose, in der anderen mittlerweile einen Regenschirm (habe nach draußen gesehen) um € 9,90 und überlege, ob ich wirklich die Hose nehmen soll und nicht doch einfach nur ein Poloshirt – aber Hose sieht so arschgeil aus, er MUSS die haben. Da entdecke ich IHN! Schwarzes, lockiges Haar, gebräunte Haut, Brille, um die 1,80 und um die Ende 30. Kein dünner Hansl wie Filip, mehr so eine drahtig-muskulöse Figur, aber von der Größe könnte es hinkommen. Entschuldigen Sie, gehe ich wieder mit meinem Standardsatz auf ihn zu, darf ich sie fragen welche Größe Sie haben? Ich möchte nämlich diese Hose als Mitbringsel für ein Familienmitglied mitnehmen und bin mir unsicher ob sie passen wird, aber Sie hätten ca. die gleiche Statur. Sorry, I don´t understand you sagt er leicht verunsichert, aber er lächelt. Und was für ein Lächeln der hat! Charmant, warmherzig, irgendwie entwaffnend ehrlich. Ich erkläre ihm also alles nochmal, diesmal englisch. No, 30 is too small, but 32 fits! Dabei zieht er sein T-Shirt hoch und ich starre natürlich gleich auf das entblößte Stückchen Haut. Ich wollte ihn spontan heiraten.
Aaaaaaahhhhmmmmkeyyy, thank you! – You are welcome (wieder mit diesem Lächeln!)

Süß war der und als ich gehört habe, dass er mit seinem Sohn italienisch gesprochen hat, wars dann endgültig vorbei mit mir. Bei der Kassa begegne ich ihm erneut, er sieht die Surferhose in meiner Hand und sagt noch “Good choice” zu mir. Jaja, der wär auch eine “good choice” gewesen. Neidvolle undbekannte Grüße an jene Frau, zu der er dann heim gegangen ist.

Was mach ich hier eigentlich?

Posted in Alltag by goodkats on 30/06/2009

Ich sage euch: es geht nicht mehr. Zu sagen ich wäre angepisst, ist noch zu milde ausgedrückt für meine momentane Laune. Vielmehr müsste man es “bombastisch genervt und zu Tode gelangweilt” oder “sieht in all dem keinen Sinn mehr und weiß gar nicht, was sie hier soll” nennen.

Heute morgen habe ich meine Chefin angeflogen. Wegen eines vermeintlichen Grammatikfehlers im Anzeigentext. Die Wahrheit war: beide Möglichkeiten wären richtig. Sowohl die eine, die schon in der Anzeige stand, als auch die andere, die ich als Korrektur vorgeschlagen habe (ua deshalb, weil die Erstversion so derart beschissen klang, dass ich jedes Mal beim Lesen Augenkrebs bekommen habe). Als sich herausstellte, dass beide Versionen korrekt sind, fühlte ich mich in meinen Getue als Germanistikprofessor mit Beistrichschwäche derart beschnitten, dass ich mich mit einem entsprechenden Kommentar in Hollywood-Diva-Tonlage davon trollte. Trollen..ja, ich bin derzeit ein Troll.

Dann war es in diesem Büro derart beschissen heiß, dass mir jegliches Papier, das so auf meinem Tisch herum lag, sofort an den Armen klebte, wenn ich auch nur daran vorbei streifte. Ging anschließend in meiner Verkleidung als Post-it Monster in die Kantine.

Ich bin so genervt vom Autofahren und von anderen Autofahrern, wie noch nie zuvor! Was ist da los? Kommt klar! Die Straßen sind trocken, die Sonne scheint vom Himmel, steigt in die Eisen! Und ich mein damit nicht die Bremsen!

Am Donnerstag gehe ich zu dieser Cocktailrunde (eigentlich wollte ich nach Tel Aviv, aber zwei Tage vor dem eigentlichen Urlaub, ist das aus Zeitgründen keine so gute Idee). Wisst ihr warum? Weil ich mir drei bis vier Mojitos in die Leber stellen will und dieses Kollektivsaufen ein willkommener Anlass ist. Außerdem werde ich über jeden ätzen, der nicht imstande ist zu grüßen. Tel Aviv wäre mir lieber gewesen, wenn ich ehrlich bin.

Ist hier jemand unter der Leserschaft, der steile Buden kennt, wo man fortgehen kann? Und bitte nix da mit Passage und Konsorten. Suche eher was á la Schikaneder, also keinen Mainstream.

Ich habe einen Koffer! Ursprünglich war ich ja beim Spar, was ein heißer Tipp von Frau S. war, nur leider hatten die nicht mehr die von mir gewünschte Größe, sondern nur noch Handgepäck-Trolleys. Meine zaghafte Anfrage, ob man in einer anderen nahen Filiale anrufen kann, ob sie noch größere Exemplare haben, wurde mit einem “Die sind sicher schon alle weg” abgeschmettert. Ja dann nicht, ihr Arschlöchers! Boooahhh…sogar ein Telefonanruf ist zuviel verlangt. Bin dann in die Kofferzentrale im 6. gegangen, fand dort einen Trolley mit vier Rollen, perfekte Größe, perfekte Farbe (himmelblau), unperfekter Preis, aber das Kofferthema war bei mir durch. Ich wollte DEN und außerdem nicht mehr durch die Gegend latschen.

Meine Schwester bekommt derzeit lauter Komplimente, ich lauter Abfuhren. Jaja, das Karma. Ich weiß.

Sobald ich in Kroatien bin, setze ich mich erstmal apathisch ins Strandcafé und trinke einen Liter Bier.

Wo bleibt eigentlich meine Amazonbestellung?

Muss im Oktober voraussichtlich wieder nach Brüssel. BRÜSSEL! Was dachte sich Gott eigentlich dabei, als er diesen Ort erschaffen hat? War der eigentliche Plan diesen hässlichen Landstrich “Suicidecity” zu nennen? Es ist verschwendete Lebenszeit sich dort aufzuhalten! Dieser stinkende, gräßliche Moloch…kann sich nicht mal ein kilometergroßer Asteroid dort hin verirren? Was ist los mit diesem Universum? WIESO ist so eine Stadt Zentrale für alle Firmensitze? Gabs nix hässlicheres, oder wie? Was ist mit Paris, Rom, London? Irgendwas, das Flair hat. Aber doch nicht Brüssel!

Nur noch drei Tage! Drei Tage! Sie werden zäh wie Kaugummi sein.

Hmm..ach…nein, mir egal, weiß nicht.

Posted in Alltag by goodkats on 28/06/2009

Nachdem ich derzeit unter Wortfindungsstörungen, unzusammenhängenden Gedankengängen und massiven “Geh, leck mich doch” Symptomen leide, hier ein paar Auszüge aus dem noch halbwegs denkfähigen Teil meines Gehirns.

Freitag “Drag me to hell” im Kino gesehen. War danach total fertig mit der Welt. Früher, also vor diesem Film, dachte ich immer Staus wären der blanke Horror. Jetzt weiß ich: es ist dieser Film auf Kinoleinwand. Wollte nichtmal alleine schlafen, aber ha, was bleibt einem denn anderes übrig in dieser kalten kargen Welt in der sich alle ab Mitte 20 “It´s not cool to love” auf die Stirn tätowieren lassen? Depremierendster Satz des Abends: Das nimmt kein gutes Ende mit uns (Zitat Ronny). Wenn sie das nochmal sagt, werde ich sie in Kroatien aussetzen. Irgendwo in einem kleinen Dorf, das keiner kennt. In Ribicici [Ribitschitschi] oder so.

Warum sprechen Amerikaner den Namen “John” immer Dschaaaahn aus? Warum glauben manche Österreicher, dass sie auch Dschaaaahn sagen müssen? Vor dieser Betonung machen auch Synchronsprecher nicht Halt. Besonders bemerkenswert bei Dirty Dancing, in dem Baby immer “Mmmhhdschaaahni” sagt.

Bekam von meiner Schwester zwei geile Jeans geschenkt. Taumelte kurzweilig im Rausch der Endorphine, die Dosis hielt aber nicht lange an. Mache mir berechtigte Sorgen, darf mich an sowas nicht gewöhnen.

Das Onlinewetterportal zeigt für Kroatien in den nächsten Tagen bewölkt, aber um die 29 Grad an. Habe ich somit gute Chancen, dass ich in einer Woche strahlenden Sonnenschein bei den selben Temperaturen erwarten kann? Ach Wetter, leck mich doch am Arsch, zieh ich halt ins Café und sehe Touristen beim Motzen zu. Und wenn´s ganz unerträglich wird: To the Bar, to the Bar, to the Bar…

Es gibt keine gut aussehenden Männer in Wien. Das ist jetzt mal ein Fakt, der ausgesprochen werden muss und uh ah uh ah ah…DAS HAB ICH JA GANZ VERGESSEN! Geh ich also Samstag Nacht die Wienzeile entlang (nachdem wir für einen Aperol Spritzer im ausgestorbenen Drechsler saßen) und komme an einem Café vorbei, dessen Schanigarten gerammelt voll ist (ich meine, sogar im Muqua sah´s aus wie am Set von “The Day after tomorrow”) und ich sag noch: Da hätten wir hingehen sollen. Nach ein paar Sekunden wurde es aber klar: da sitzen ja ausnahmslos Männer! Ich werd im nächsten Leben ein Mann. Ein schwuler Mann. Oder doch eine Katze, das weiß ich noch nicht so genau.

Justin Long (Drag me to hell, Er steht einfach nicht auf dich) ist auf eine sehr angenehme Art und Weise sexy. Ich kann euch “auf eine sehr angenehme Art und Weise sexy” jetzt auch nicht näher definieren, müsst ihr selber damit klar kommen, aber der Typ ist einfach so überhaupt nicht hübsch, aber trotzdem sexy. Und irgendwie hat er so ein Weichspülergesicht. Egal, ich würd ihn trotzdem nehmen (aber ich bin da auch kein Maßstab).

Ich habe eine Wassermelone getragen.

Wusstet ihr, dass Österreicher international mehr so als Tölpel bekannt sind? Ich auch nicht. Wir haben so den Ruf der Ewiggestrigen (was auch irgendwie stimmt, muss ich zugeben). Ich mein, es ist schon ein bisserl zum verrückt werden hier, das fängt an bei…ach, ist doch egal.

Ich würde jetzt gerne auf Markus´ Dachterasse sitzen und Falco hören. Irgendeine andere Dachterasse in Wien tät´s auch, aber ich kenn sonst niemanden der sowas hat. Ich bin ja so ein armes Schwein.

Zum Schluss noch etwas, das wirklich extremstens saugeil ist (für mich). Wenn man im Schanigarten vom Leopold sitzt, auf den Hof des Museumsquartiers sieht, einen Mojito vor sich stehen hat, eine Zigarette raucht und auf einmal tönt dieses Lied aus den Boxen: Zuviel Hitze (Falco). Das war ein Moment, der mich sehr glücklich gemacht hat. Einer von diesen perfekten Momenten, die einfach so aus dem Nichts kommen, dir auf die Schulter tippen und sagen: Hey Lady, das hier ist nur für dich.
Sowas passiert ganz selten. Da will man die Zeit anhalten, das Lied soll die nächsten Stunden nicht zu Ende gehen, das Abendlicht begleitet die Melodie in genau diesem Schimmer, der dich wissen lässt, dass der Tag nocht nicht ganz vorbei ist, aber das Dunkel der Nacht steht schon an der Türschwelle und wartet auf Einlass, der Mojito schmeckt, wie er besser nicht schmecken könnte und obwohl ich nicht alleine an diesem Tisch saß, so war ich drei Minuten lang alleine in einem wunderschönen Moment und das war einfach coolio, versteht ihr was ich meine?

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